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Dr. Google? Was bedeutet Fachtierarzt für Kleintiere?

Liebe Kunden und Freunde der Kleintierpraxis Hausham!

Ich arbeite in einem Beruf, in dem ich ganz viel mit Emotionen zu tun habe-sehr viel positive und manchmal auch negative. Schwere Erkrankungen eines Haustiers sind für die ganze Familie eine Belastung, und wenn wir mit unserer Therapie dem Patienten keine Lebensqualität mehr schenken können, erlösen wir das kranke Tier von seinem Leiden.
Vielleicht liegt es an diesen Emotionen, dass sich um eine Tierarztpraxis mehr Gerüchte ranken, als um z.B. den Wertstoffhof oder das Einwohnermeldeamt. Ganz selten kommen mir diese Gerüchte zu Ohren, und wenn ja, dann sind sie oft haarsträubend. Heute wurde mir netterweise mitgeteilt, dass eine Tiervermittlung im Landkreis sich unterschreiben lässt, die von ihnen vermittelten Tiere NICHT bei mir behandeln zu lassen, da ich meine Diagnosen nur er-googlen würde. Dieses „Behandlungsverbot“ von Seiten dieser Tiervermittlung betrifft anscheinend noch zwei weitere Praxen in Miesbach.
Nun, dieses Gerücht lässt mich einerseits schmunzeln, andererseits ist es natürlich ein massiv geschäfts- und rufschädigendes Verhalten.
Zu meiner Philosophie gehört es, nicht wie der Halbgott in Weiß aufzutreten und meine Kunden mit lateinischen Fachbegriffen, die sie nicht verstehen, zu überhäufen, sondern ich möchte Sie ehrlich und in Augenhöhe über die Probleme ihres Tiers aufklären.
Vielleicht ist es aber an der Zeit, meine Qualifikation ein wenig zu erläutern:
Nach dem knapp sechsjährigen Studium der Tiermedizin war ich drei Jahre als Assistenzarzt an der Kleintierklinik der Universität Leipzig tätig. An einer Universitätsklinik sind neben den Professoren in den einzelnen Fachbereichen international renommierte Fachkräfte tätig, die die Ausbildung der Assistenzärzte mit übernehmen. Zum damaligen Zeitpunkt waren das z.B. Prof. Oechtering, Chirurg und Anästhesist, heute der deutschlandweite Experte für Brachcephale Erkrankungen, Prof. Grevel, Chirurgin, Dr. Karsten Schober, Kardiologe, mittlerweile Professor an der Ohio State University, Dr. Eberhard Ludewig, Radiologe und immer noch in Leipzig, Dr. Christian Stockhaus, Internist und Zytologe, heute einer der Inhaber der Tierklinik Haar, Dr. Stefan Scharvogel, Chirurg, ebenfalls Inhaber der Tierklinik Haar, Dr. Michaele Alef, Anästhesistin, mittlerweile Professorin an der Klinik in Leipzig, usw.
In der Uniklinik rotiert der Assistenzarzt durch die verschiedenen Abteilungen und wird so in allen Bereichen der Kleintiermedizin ausgebildet. Parallel dazu habe ich den Weiterbildungskurs zum Fachtierarzt für Kleintiere von 2000-2002 besucht und dann 2004 die Prüfung zum Fachtierarzt für Kleintiere bei der bayrischen Landestierärztekammer erfolgreich absolviert. Den praktischen Anforderungskatalog der Tierärztekammer für die Prüfung kann man sich hier ansehen: http://www.bltk.de/images/stories/weiterbildung/wb-1988/leistungskatalog...

Vergleichbar mit den Fachärzten aus der Humanmedizin ist diese Bezeichnung also an eine vierjährige Weiterbildungszeit und einen Leistungskatalog von medizinischen Tätigkeiten, die man selbst verrichtet haben muß, gebunden.
Ich habe also, Studium und Weiterbildungszeit zusammengerechnet 10 Jahre damit verbracht, mich für die Behandlung von Kleintierkrankheiten zu qualifizieren- da bleibt ein bisserl mehr hängen als „Dr. Google“. Neben meinen jährlichen Weiterbildungen-dieses Wochenende z.B. auf dem Leipziger Tierärztekongreß, fühle ich mich auch noch nicht so verkalkt, dass da nicht ein wenig hängengeblieben ist...
Eventuell hängt das Verhalten der „tierschützerischen“ Dame damit zusammen, dass ich mich mal geweigert habe, bei ihrem Hund einen Eingriff ohne Narkose vorzunehmen- da wäre nämlich meine Grenze zu unseriösem Arbeiten überschritten gewesen.

Vielleicht schreibt „man“ seine Gedanken als Arzt nicht so öffentlich und vielleicht kommt in dieser Angelegenheit auch noch ein Rechtsanwalt ins Spiel- das wollte ich aber mal loswerden!
Nichtsdestotrotz sind wir froh über Kritik und Anmerkungen-wenn wir über eine Sache bescheid wissen, können wir es nämlich ändern-wenn es hinter unserem Rücken geratscht wird, dann nicht.
Vielen Dank für Ihr Interesse